Mittwoch, 3 Mai, 2017

Die Härte eines Messers bestimmen – Wie die Rockwell-Skala funktioniert

Die Härte eines Messers bestimmen – Wie die Rockwell-Skala funktioniert Viele Werkstoffe werden in Rockwell gemessen, wobei viele jedoch nicht genau wissen, was diese Maßeinheit überhaupt angibt. Häufig steht bei Messern ein Wert wie bspw. 58 Rockwell, woraus viele schließen, dass diese Schneidwerkzeuge besser als andere zum Bearbeiten von Stoffen geeignet sind. Jedoch ist das nur die halbe Wahrheit. Was heißt es denn also nun, wenn ein Haiku-Damascus-Messer über 59 bis 60 HRC verfügt?

Härte – das gibt die Maßeinheit Rockwellan

In Rockwell wir die Härte verschiedener Werkstoffe gemessen und für diese Stoffe existieren unterschiedlichen Skalen, nämlich A,B,C,D,E,F,G,H,K,N und T. Die Grundeinheit ist also HR (= Hardness/Härte und das Prüfverfahren Rockwell) mit der zusätzlichen Angabe der speziellen Skala, beispielsweise C für Messer aller Art. C steht dabei für Cone (zu Deutsch: Kegel), denn das Rockwell-Prüfverfahren wird bei Messerklingen mittels eines Kegel-förmigen Diamanten durchgeführt.
Das Verfahren läuft allgemein über einen speziell geschliffenen Diamanten ab, der in den zu testenden Stoff gedrückt wird. Je nach Härte und Widerstand kann so bestimmt werden, bei wie viel Druck der Diamant eine wie große Eindringtiefe hinterlässt. Je geringer die Tiefe, desto härter das Material. Bei der Skala C hat der Diamant, der zum Testen verwendet wird, eine 0,2 mm breite, abgerundete Spitze. Standard-Küchenmesser haben einen Wert von 52 bis 56 HRC, sodass der Vergleich zeigt, dass ein Haiku-Damascus-Santoku-Messer mit 59 HRC über eine sehr harte Klinge verfügt.

Je härter das Material, desto schärfer dasMesser?

Nein, denn eine ungeschliffene Klinge ist genauso hart wie eine geschliffene Klinge, sodass die Rockwell-Skala im Prinzip nichts über die Schärfe und Schneidfähigkeit sondern nur etwas über die Schneidhaltigkeit. Denn desto härter der Stoff ist, desto weniger nutzt sich die Klinge ab und umso länger bleibt das Messer in gutem Zustand. Die Härte bestimmt der jeweilige Messermacher und diese ist abhängig vom verwendeten Stahl und der Herstellungsart. Da Küchenmesser nicht zum Hacken und Schlagen sondern zum Schneiden verwendet werden, ist bei diesen Klingen eine hohe Härte möglich, um die Abnutzung zu reduzieren, sodass ein gutes Messer ein Leben lang halten kann. Andere Schneidwerkzeuge wie Schwerter, Jagdmesser oder dergleichen würden bei ihrer speziellen Nutzungsweise und einer ebenso hohen Härte wie die der Damascus-Messer nach kurzer Zeit bersten. Es kommt also auch auf den Verwendungszweck des Messers an, ob ein hoher HRC-Wert gewünscht ist. Profiküchenmesser sind meist sehr hart und dabei sehr scharf, denn der Vorteil der Härte ist dann, dass die sehr scharf geschliffene Klinge langsamer stumpf wird. Ein weniger hartes Messer ist hingegen günstiger und kann zudem einfacher geschliffen, also wieder neu geschärft, werden. Dies ist ein Gastbeitrag von www.messerspezialist.de. Wir sagen vielen Dank dafür.